Der älteste noch existierende SL in neuem Glanz

Bei der Premiere des neuen Luxus-Sportlers Mercedes-Benz SL auf der North American International Motor Show in Detroit fuhr Daimler einen ganz besonderen Urahn auf: der zweite je gebaute Mercedes-Benz SL, ein Prototyp von 1951/52. Der W 194 wurde in den letzten Monaten einer Komplettrestauration unterzogen.


Neuer SL mit Urahn: der zweite SL-Prototyp von 1951/52 war Gast bei der Premiere des
neuen SL in Detroit.


Die Wurzeln der SL-Klasse liegen im Rennsport: Anfang der 1950er Jahre entwickelte Mercedes-Benz den Rennsportwagen 300 SL (Baureihe W 194). Der Ur-SL absolvierte die ersten Probefahrten im November 1951 auf der Solitude-Rennstrecke vor den Toren Stuttgarts, auf dem Nürburgring und auf dem Hockenheimring. Der Presse wurde das Fahrzeug am 12. März 1952 auf der Autobahn zwischen Stuttgart und Heilbronn vorgestellt. Die Rennsaison 1952 verlief für den Mercedes-Benz 300 SL außerordentlich erfolgreich. Die Marke hatte sich mit einem Paukenschlag im Motorsport und über den Werbeeffekt zugleich im internationalen Marktgeschehen zurückgemeldet.


Das Fahrzeug wurde 2011 im Mercedes-Benz Classic Center einer Komplettrestaurierung unterzogen.

Der erste 300 SL existiert nicht mehr; er wurde im Werksbesitz verschrottet. Aber der zweite gebaute Wagen mit der Fahrgestell-Nummer 194 010 00002/52 ist noch vorhanden und ununterbrochen im Werksbesitz, seit er 1951/52 in der Rennwerkstatt gebaut wurde. Dieser älteste existierende SL wurde für das Jubiläum „60 Jahre SL“, das in 2012 gefeiert wird, aufwändig restauriert. Dabei hat das Mercedes-Benz Classic Center in Fellbach sämtliche Teile des vollständig demontierten Fahrzeugs untersucht und, wenn nötig, nach höchsten Maßstäben an Originalität und Qualität wieder instand gesetzt. Eine klare Vorgabe war, die Substanz in jeder Hinsicht zu erhalten: So erstrahlt der zweite jemals gebaute 300 SL (W 194) zwar wieder in neuem Glanz – doch die Spuren eines langen und aufregenden Fahrzeuglebens zeigt er weiterhin stolz.

Besonders aufwändig war die Restaurierung der Karosserie. Sie ist aus sehr dünnem Aluminium-Magnesium-Blech gefertigt und damit schon von Haus aus empfindlich. Zudem hatte die Zeit sie an vielen Stellen stark gezeichnet. Die Arbeiten der Spezialisten dauerten rund sechs Monate, bis das Blechkleid wieder in voller Schönheit fertig war. Die Restaurierung des Fahrzeugs hat insgesamt zehn Monate gedauert - angesichts der umfangreichen Arbeiten ein sehr engen Zeitplan.


Erste Ausfahrt auf der Einfahrbahn in Untertürkheim Mitte Dezember 2011.

Die Mühe hat sich gelohnt. Wenn jetzt der Motor des Mercedes-Benz 300 SL mit dem originalen Kennzeichen „W59-4029“ wieder angelassen wird und das Fahrzeug rasch Fahrt aufnimmt – dann glaubt man sofort, dass es für eine Höchstgeschwindigkeit von 230 km/h und damit für eine der erfolgreichsten Sportkarrieren der 1950er Jahre gut war.



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