Mercedes-Benz - Aller Auto Anfang

Ein Traum der Menschheit - Eine "Kutsche ohne Pferde".
Gottlieb Daimler und Karl Benz vollbrachten das Werk.

Die Geschichte der Daimler-Benz AG ist unmittelbar mit der Lebensgeschichte von Gottlieb Daimler und Karl Benz verknüpft. Karl Benz träumte den Traum von einem Automobil, das klein, leicht und schnell sein und von einem autonomen Kraftstoff angetrieben werden sollte.

Gottlieb Daimler (li.), 1834-1900, Erfinder und Schöpfer des ersten schnell laufenden Benzinmotors 1883, des Reitrades 1885 und der ersten Motorkutsche 1886. Karl Benz (re.), 1844-1929, Erfinder und Schöpfer des ersten ganzheitlichen Automobils, dem Benz Patent-Motorwagen 1886.
Gottlieb Daimler (li.), Karl Benz (re.)
 
 
Wilhelm Maybach, 1846-1929, Weggefährte Gottlieb Daimlers und Konstrukteur des ersten "Mercedes" 1901, auch genannt "König der Konstrukteure".

Karl Benz träumte den Traum von einem Automobil, das klein, leicht und schnell sein und von einem autonomen Kraftstoff angetrieben werden sollte. Schon früh konstruierte er einen eigenen Motor, einen Zweitakter, da der Viertaktmotor als Ergebnis der Arbeiten Ottos durch ein Patent geschützt war. Um weiteres Kapital für die Weiterentwicklung des stationären Gasmotors zu beschaffen, wurde das Unternehmen mit Hilfe von Banken in eine Aktiengesellschaft umgewandelt. Aber Benz besaß durch die nun Mitsprache berechtigten Teilhaber nicht mehr die Möglichkeit, seine Konstruktionen nach seinen Ideen zu verwirklichen. Also verließ er die Gasmotoren AG, um seinen Traum vom Automobil zu verwirklichen.

Inzwischen arbeiteten Daimler und Maybach (der ehemalige Chef des Konstruktionsbüros Nikolaus Augusl Ottos) ebenfalls an dem Projekt Motor. Um ihn insgesamt kompakter zu gestalten, musste die Drehzahl erhöht, ein geeigneter Kraftstoff gefunden und die Probleme rund um die Zündung und den Vergaser gelöst werden.

Schließlich zeichneten sich die ersten Erfolge ab: Daimler erfand die Glührohrzündung und Maybach den passenden Vergaser. Als Kraftstoff wählte man das in der Apotheke erhältliche Ligroin, heute unter dem Namen Benzin bekannt. Als Ottos Grundpatent für den Viertaktmotor für nichtig erklärt wurde, war der Weg für neue Verbesserungen offen. Daimler bot nun seine Erfindungen den Deutzwerken an, die jedoch ablehnten. Also beschloss er. die Möglichkeiten des neuen Triebwerkes selbst zu demonstrieren. Er montierte seinen Motor, aufgrund des senkrecht angeordneten Zylinders "Standuhr" genannt, an seinen Reitwagen". Diesen kann man als das erste Motorrad bezeichnen, es besaß eisenbeschlagene Holzräder und seitlich angebrachte Stützräder und erreichte immerhin eine Geschwindigkeit von 6 bis 12 km/h. Mit diesem Gefährt holperte er 8 Kilometer neckaraufwärts von Cannstatt nach Untertürkheim.

Wilhelm Maybach 
 
 
DMG-Werk in Berlin-Marienfelde

Gottfried Daimler verstarb im Jahre 1901, im Alter von 66 Jahren. Die größte Aufmerksamkeit der Daimler Motorengesellschaft galt fortan der Herstellung von Automobilen. Im März 1897 wurde der "Phoenix" in die Produktion genommen, der erste Daimler mit Frontantrieb und Kettenantrieb. Der Kaufmann Emil Jellinek, wohl der erste Autogroßhändler der Geschichte, hatte zu diesem Zeitpunkt schon 34 Wagen von Daimler gekauft und weiterveräußert. So hatte sein Wort Gewicht, als er für Wagen mit größerer Geschwindigkeit und breiteren, nicht so hoher Chassis aus Gründen der Sicherheit plädierte. Er verpflichtete sich, eine komplette Serie von 36 Wagen abzunehmen, wenn die Fahrzeuge entsprechend seinen Wünschen gebaut würden, darunter einen 34 PS starken Vierzylinder als Rennwagen. Jellinek taufte den Wagen nach seiner kleinen Tochter "Mercedes".
DMG-Werk in Berlin-Marienfelde
 
 
Benz-Werk in Gaggenau (Baden)

Mit Bindestrich: Daimler-Benz Der erste Weltkrieg hatte alle bisherigen Wirtschaftsstrukturen durcheinander gewirbelt. Die Nachkriegszeit und die zu Beginn der zwanziger Jahre einsetzende Inflation macht vielen Unternehmen das Überleben äußerst schwer oder lässt sie schlicht abstürzen, wenn sie nicht starke Partner finden. Auch die Daimler-Motoren-Gesellschaft und Benz & Cie., beide Unternehmen spezialisiert auf hochwertige Fahrzeuge und leistungsfähige Motoren, haben nach dem Krieg einen schweren Stand. 1919 deuten erste Überlegungen auf einen möglichen Zusammenschluss, aber erst 1924 bildet sich eine Interessengemeinschaft, deren Aufgabe es ist, zunächst einmal die Produktionsprogramme beider Unternehmen zu bereinigen, den personellen und finanziellen Hintergrund zu ordnen, die Verkaufsorganisationen unter einem gemeinsamen Dach zu vereinen, um bei der angestrebten Verschmelzung mit einem in jeder Hinsicht gestrafften Angebot den Herausforderungen des Marktes standzuhalten.
Benz-Werk in Gaggenau (Baden)
 
 

Fusion Daimler-Motoren-Gesellschaft und Benz & Cie., Plakat 1926: Die neue Marke "Mercedes-Benz".

1926: Die Verschmelzung Die wirtschaftliche Lage der Automobilindustrie in den Jahren 1924/1925 ist für Daimler und Benz alles andere als rosig. Zwar gibt es seit 1923 mit der Reichsmark wieder eine harte Währung, aber der Markt für die großvolumigen Luxuswagen der DMG ist praktisch zusammengebrochen. Auch die kleineren Benz-Modelle verkaufen sich nur schleppend. Das Überleben beider Firmen in dieser Zeit sichert deren florierende Nutzfahrzeugfertigung. Die DMG hat ihr festes Standbein in Berlin-Marienfelde, Benz das seine in Gaggenau in Baden. Weitsichtigen Männern in beiden Unternehmen sowie dem Engagement der beiden Hausbanken ist es zu verdanken, dass aus dem schwierigen Rankwerk unterschiedlichster Interessen ein prosperierendes Ganzes wird.

Am 28. Juni 1926 ist es soweit. Der Verschmelzungsvertrag wird unterschrieben, nachdem die Hauptversammlungen beider Firmen tags zuvor dessen Inhalt gebilligt haben. Er ist von lakonischer Kürze und umfasst nur sieben Punkte. Die wichtigsten lauten: Die Daimler-Motoren-Gesellschaft übernimmt die Rolle des aufnehmenden Partners. Der Firmenname der übernehmenden Gesellschaft soll so geändert werden, dass darin auch das Wort "Benz" vorkommt. Die Erzeugnisse der verschmolzenen Betriebe sollen eine einheitliche gemeinsame Bezeichnung erhalten, wie auch generell Namen und Embleme der beiden Partner künftig immer zusammen erscheinen sollen.

Das neue Unternehmen heißt "Daimler-Benz Aktiengesellschaft", Hauptsitz Stuttgart-Untertürkheim. Die gemeinsamen Produkte tragen den Markennamen "Mercedes-Benz". Und das noch heute gültige, weltbekannte Markenzeichen ergibt sich aus der Verschmelzung von Daimlers Dreizackstern im Ring mit den Wortmarken "Mercedes" und "Benz", die durch den Lorbeerkranz aus dem Benz-Markenzeichen verbunden sind.


Ein Werbeplakat nach 1926

Die Jahre bis 1939 brachten permanenten Aufschwung für die deutsche Automobilindustrie. Der Import von Fahrzeugen wurde beschränkt um die deutsche Industrie zu fördern. Die Kfz-Steuer wurde am 1.4.1933 völlig erlassen. Doch nach 1939 wurde auch Daimler-Benz von der Regierung angehalten, sich auf Rüstungsfahrzeuge zu spezialisieren. Nach 1945 lag das Daimler-Benz-Werk fast vollständig in Trümmern. Nun war der Aufbau gefragt.


Quelle: DaimlerChrysler AG/Norbert Albrecht

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