Kult aus Blech

Jaguar XK 120 Über seinen Jaguar XK 120, Baujahr 1949, weiß Gerd-Rüdiger Lang (63) alles: Erster Besitzer war ein in Ägypten stationierter britischer Offizier. Nach etlichen Verwicklungen und einer wahren Odyssee landete das Cabrio in Rom. Dort spürte Jaguar-Sammler Lang den Klassiker auf und restaurierte ihn.
Seither dient ihm der XK 120, der mit der Typnummer 62 ältester seiner Art in Deutschland ist, als Fahrzeug für spezielle Momente. Wenn der Münchener Chronoswiss-Chef eine Inspiration sucht, setzt er sich hinters Steuer. Für Lang ist das Auto Symbol einer untergegangenen Unternehmerkultur. Mit Jaguar-Gründer William Lyons fühlt er sich seelenverwandt: "Das war noch ein echter Macher, der seine Ideen auch umgesetzt hat." Davon gebe es heute viel zu wenige.
   
Jaguar XK 120 Einen Mercedes 280 SL, Baujahr 1969, hatte Stephanie Höllerer monatelang gesucht. Schließlich entdeckte die Münchener Architektin die "Pagode" bei einem Chiemgauer Händler. Den Spitznamen erhielt der Modelltyp wegen des etwas durchhängenden Hardtops. Die Form erinnert an ostasiatische Tempelbauten.
Nach 30 Minuten war der Kaufvertrag unterschrieben. "Die beste Entscheidung meines Lebens", befindet Höllerer, die dem Gefährt in der Frühe stets einen "Guten Morgen" wünscht. Die Unternehmerin sieht in dem Auto ein technisches Kulturgut: "Die Pagode erinnert mich an die Aufbruchstimmung der 60er."
   
Jaguar XK 120 Eine der letzten Enten, die 1990 vom Band lief, steht in der Garage von Dieter Rickert (66). Der Münchener Personalberater hat sich den Citroën 2CV aus nostalgischen Gründen zugelegt. Sein erstes Auto als Kölner Student Anfang der 60er Jahre war eben jener französische Kultkleinwagen: "Wenn ich damit heute unterwegs bin, fühle ich mich wieder wie Anfang 20." Dass der "Döschewo" ein unsicheres Gefährt ist, schreckt ihn nicht. "Wenn ein Unfall passiert, ist die Ente noch gar nicht in der Nähe", erklärt der Kopfjäger grinsend.
   
Jaguar XK 120 Der Alvis, Baujahr 1938, gleicht mit 5,30 Meter Länge einem Straßenschlachtschiff. Trotz dieser Dimension gibt es für Philipp Fürst zu Hohenlohe-Langenburg (36) kein besseres Auto als den britischen Rennwagen. "Das Fahrgefühl ist einzigartig", schwärmt der Adlige, der als Betreiber des Deutschen Automuseums in Schloss Langenburg auch andere Klassiker besitzt. Seine Durchlaucht verweist auf die Vier-Liter-Maschine, die den Alvis in zehn Sekunden von null auf 100 Stundenkilometer beschleunigt, und besonders begeistert ist er von dem Holzrahmen. Die flexible Konstruktion lässt den Wagen durch jede Kurve praktisch und seelenvoll hindurchschwingen: "Da steckt echte Historie drin."
Damit meint er auch seine eigene Geschichte. Als Kind fuhr er mit dem Vater auf dem Beifahrersitz im Alvis Rallyes. Und auch sein erstes Rennen hinter dem Lenkrad absolvierte er auf dem britischen Boliden.
   
Jaguar XK 120 Den Opel Commodore 2,8 GS hat sich Alexander Mrozek wegen des Baujahres gekauft. "Der lief 1975 vom Band, genau wie ich", erklärt der Chef der Oldenburger Werbeagentur Benefit One. Zudem fuhr sein Vater Commodore. Mrozek ist zwar kein Opel-Fan, er konnte aber nicht widerstehen, als er das Auto vor sechs Jahren in der Schweiz entdeckte. Die Restaurierung geriet jedoch zur Daueraufgabe. "Teile für solche Youngtimer zu finden ist nicht leicht", sagt der Werber. "Die meisten sind verschrottet oder im Export gelandet."



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