Mercedes Benz - SLS Flügeltürer

Wenn es in der Formel 1 heikel wird, kommt ein Mercedes ins Spiel, auch beim Saisonauftakt in Melbourne (25. bis 27. März 2011): Mercedes-AMG stellt wieder das Official F1™ Safety Car und das Official F1™ Medical Car. Beide wurden für ihren Einsatz – soweit nötig - umgebaut und völlig auf diesen ehrenvollen Einsatzbereich zugeschnitten.

Der SLS AMG und das neue C 63 AMG T- Modell haben die Aufgabe, bei gefährlichen Rennsituationen oder Unfällen maximale Sicherheit zu gewährleisten. Der SLS ist in der Formel 1 seit 2010 im Einsatz. Das T- Modell geht bereits in seine vierte Saison, geht 2011 jedoch mit neuem Design und aktualisierter Technik inklusive 7- Gang- Doppelkupplungsgetriebe an den Start.

Der SLS als Safety Car
Motor, Kraftübertragung, Fahrwerk und Bremsanlage des Official F1™ Safety Cars entsprechen dem serienmäßigen SLS AMG. Die Verantwortlichen fanden das Technologie- Paket des Supersportwagens vollkommen ausreichend. Einzige Ausnahme: Ein neu entwickelter Endschalldämpfer lässt den V8- Hochdrehzahl- Saugmotor freier atmen und bietet den Formel- 1-Fans eine Extraportion Sound.

Der AMG 6,3- Liter- V8- Motor realisiert eine Höchstleistung von 571 PS bei 6.800/min und ein maximales Drehmoment von 650 Newtonmetern bei 4.750/min. Tempo 100 erreicht der Flügeltürer nach 3,8 Sekunden. Schnelle Rundenzeiten sind für das Safety Car eine Notwendigkeit, denn andernfalls würden die Reifen und Bremsen der Formel- 1-Boliden zu stark abkühlen und deren Motoren unter Umständen überhitzen.

Einen entscheidenden Beitrag zur ausgeprägten Fahrdynamik leistet das Fahrzeugkonzept: Die Aluminium- Spaceframe- Karosserie sorgt für ein niedriges Fahrzeuggewicht von 1.620 Kilogramm. Dank Trockensumpfschmierung ist das V8- Triebwerk besonders tief eingebaut, was zu einem entsprechend tiefen Fahrzeugschwerpunkt führt. Die Einbauposition des Motors weit hinter der Vorderachse und das neue Siebengang- Doppelkupplungsgetriebe in Transaxle- Anordnung an der Hinterachse sorgen für eine günstige Gewichtsverteilung von 47 zu 53 Prozent (vorn/hinten).

Aluminium- Doppelquerlenkerachsen rundum sollen für perfekte Fahrdynamik mit präzisem Einlenkverhalten, erstklassiger Agilität, geringer Massenträgheit bei spontanen Richtungswechseln und somit für einen hohen Kurvengrenzbereich sorgen.

Doppelkupplungsgetriebe und Keramik- Verbundbremsanlage
Das Doppelkupplungsgetriebe zeichnet sich durch vier Fahrprogramme und schnelle Schaltvorgänge praktisch ohne Zugkraftunterbrechung aus – im manuellen "M"- Modus sind Gangwechsel in 100 Millisekunden möglich. Die integrierte mechanische Lamellen- Differenzialsperre stellt zusammen mit dem 3- Stufen- ESP eine ausgezeichnete Traktion sicher. Kürzeste Bremswege und höchste Standfestigkeit auch bei rennstreckentypischer Belastung verspricht die Hochleistungs- Verbundbremsanlage mit üppig dimensionierten Keramikscheiben in 402 x 39 Millimetern vorn und 360 x 32 Millimetern hinten. Auf den gewichtsoptimierten Schmiederädern im 10- Speichen- Design sind Reifen im Format 265/35 R 19 (vorn) und 295/30 R 20 (hinten) montiert.

Auffällige Unterschiede zum Serienfahrzeug
Vom Serien- SLS unterscheidet sich das Official F1™ Safety Car äußerlich durch die markanten F1- Logos, Carbon- Außenspiegel und den charakteristischen Leuchtbalken mit integrierter TV- Kamera. Er sitzt auf einer speziellen Carbon- Hutze, deren im Windkanal erprobte Form sicherstellt, dass der Heckflügel optimal angeströmt wird. Der Flügel fährt ab 120 km/h automatisch aus und sorgt zusammen mit dem Heckdiffusor für den nötigen Anpressdruck an der Hinterachse. Im aerodynamisch besonders günstig gestylten Leuchtbalken übernehmen LEDs sämtliche Lichtfunktionen.

Die beiden zentral positionierten grünen Leuchten im Lichtbalken werden aktiviert, wenn sich das Safety Car mitten im Feld einreiht und es alle Formel- 1-Rennwagen zunächst überholen sollen. Sobald der SLS AMG die Führungsposition übernommen hat, signalisieren die äußeren orangen Blinkleuchten den Formel- 1-Fahrern absolutes Überholverbot. Die stroboskopartigen Blitzlichter in den Scheinwerfern und Rückleuchten haben eine neutrale Signalfunktion und sind während des Einsatzes immer aktiv. Ein spezielles Nummernschild am Heck mit Safety- Car- Schriftzug und 700 LEDs sorgt bei Dunkelheit oder Regen für zusätzliche Sicherheit. Links vom Nummernschild ist eine Rückfahrkamera integriert; sie ermöglicht Fahrer und Beifahrer via Monitor im Cockpit einen Blick auf das nachfolgende Formel- 1-Feld.

Innen fast serienmäßig
Beim Öffnen der markanten Flügeltüren blickt man auf ein funktionelles Cockpit, das sich – wie schon das Exterieur – nur wenig vom Serienfahrzeug unterscheidet. AMG Sportschalensitze mit schwarzer Lederpolsterung und Sechspunktgurten sorgen für optimalen Seitenhalt. Rechts auf der "AMG Drive Unit" befinden sich vier farbige Taster zur Bedienung der verschiedenen Lichtfunktionen sowie des Signalhorns, das aus Sicherheitsgründen bei der Boxeneinfahrt und -ausfahrt aktiviert wird. Die Mittelkonsole ist ebenso in Carbon ausgeführt wie weitere Interieur- Zierelemente. Das Performance- Lenkrad in Leder/Alcantara verfügt über einen speziell ausgeformten Griffbereich, eine hochwertige Echtmetallspange sowie einen unten abgeflachten Lenkradkranz mit 370 Millimeter Durchmesser. Die sieben Gänge des Doppelkupplungsgetriebes werden mithilfe der beiden Metall- Schaltpaddles gewechselt.

Zwei zentrale Monitore im Cockpit dienen der Überwachung des Renngeschehens. Links und rechts vom unteren Bildschirm befinden sich die Bedienelemente für das Funksystem, mit dessen Hilfe Bernd Mayländer und Pete Tibbetts mit der Rennleitung sowie untereinander kommunizieren können. Ein zweiter Innenspiegel ermöglicht dem Beifahrer einen Blick auf die Formel- 1-Rennwagen. Im Zentraldisplay des Kombi- Instruments und im Deckel des Handschuhfachs ist das sogenannte "Marshalling System" integriert: Hier sehen Fahrer und Beifahrer exakt die gleichen Signale wie die Formel- 1-Fahrer in deren Cockpits – so zeigen die jeweiligen LEDs an, wenn gelbe oder grüne Flaggen geschwenkt werden. Am vorderen Ende der Instrumententafel sind LEDs für den Status des Leuchtbalkens sowie eine Onboard- Kamera angebracht; sie ist auf Bernd Mayländer gerichtet.

Neues C 63 AMG T- Modell als Medical Car
Wie schon in den Jahren 2008 bis 2010 stellt AMG mit dem C 63 AMG T- Modell auch 2011 das Official F1™ Medical Car. In der neuen Saison kommt die aktuelle Variante des C 63 AMG T- Modells zum Einsatz: Design und Technik präsentieren sich auf dem neuesten Stand. Zu den wesentlichen optischen Neuheiten zählen die Aluminium- Motorhaube mit modifizierten Powerdomes, die Kühlermaske, die Scheinwerfer und die AMG Heckschürze. Im Sinne bestmöglicher Anströmung der Kühler verfügt die AMG Frontschürze über vergrößerte Öffnungen und seitliche Luftauslässe.

Für die Kraftübertragung ist ab sofort auch hier das innovative 7 Gang- Doppelkupplungsgetriebe mit nasser Anfahrkupplung, vier Fahrprogrammen, Zwischengas- und Race- Start- Funktion zuständig. Dynamischen Vortrieb garantiert der 6,3- Liter- V8- Motor, der im Medical Car mit AMG Performance Package 487 PS bei 6.800/min leistet. Beschleunigung von null auf 100 km/h: 4,4 Sekunden (T- Modell 4,5 s).

Beim AMG Performance Package (als Sonderausstattung auch im Serienfahrzeug) vertrauen die Motorexperten auf den Technologietransfer vom SLS AMG: Schmiedekolben, Pleuel und die Leichtbau- Kurbelwelle stammen vom Antrieb des Flügeltürers. Die reduzierte Massenträgheit der um drei Kilogramm leichteren Komponenten lässt den Achtzylinder- Saugmotor noch agiler ansprechen und befreiter hochdrehen.

Die ausgeprägte Fahrdynamik stellen zudem das einstellbare Gewindefahrwerk, die AMG Leichtmetallräder mit Pneus der Dimension 235/35 R 19 (vorn) und 255/30 R 19 (hinten), die Differenzialsperre und das 3- Stufen- ESP sicher. Maximale Standfestigkeit ermöglicht die optimierte Wasser- , Motoröl- , Getriebeöl- und Servolenkungs- Kühlung. Unsichtbar, aber unüberhörbar ist der markante V8- Sound, der aus den speziellen Endschalldämpfern der Sportabgasanlage entweicht.
Wie das Safety Car zeigt auch das Medical Car seine Ausnahmerolle durch die F1 Logos, den Leuchtbalken auf dem Dach sowie die stroboskopartigen LED- Blitzlichter an Front und Heck. Der besseren Visualisierung bei Dunkelheit oder schlechtem Wetter dient das mit LEDs beleuchtete Nummernschild mit Medical- Car- Schriftzug an der Heckklappe.

Notfallausrüstung im Kofferraum
Gefahren wird das Medical Car von Rennfahrer Alan van de Merwe (31, Südafrika); sein Beifahrer ist der offizielle FIA- Grand- Prix- Chefarzt Dr. Gary Hartstein (56, Belgien). Im Fond nehmen zwei assistierende Mediziner Platz, die aus einer ausgesuchten Spezialklinik nahe der jeweiligen Rennstrecke stammen. Vier Sportschalensitze mit Sechspunktgurten, zwei in der Mittelkonsole integrierte Monitore zur Überwachung des Renngeschehens sowie eine Funkausrüstung zur Kommunikation mit der Rennleitung unterscheiden den Medical Car innen vom serienmäßigen C 63 AMG T- Modell. Im 485 Liter großen Kofferraum findet die komplette Notfallausrüstung inklusive Defibrillator und Beatmungsgerät ihren Platz.

Hintergrund
Das Safety Car wird von der Rennleitung immer dann auf die Strecke geschickt, wenn Unfälle oder schlechte Witterungsverhältnisse einen sicheren Rennverlauf gefährden. Pilotiert wird der Flügeltürer von Bernd Mayländer (Deutschland); der 39- jährige Rennfahrer ist in dieser Funktion seit 2000 für die FIA tätig. Mayländer ist während des Rennwochenendes nicht nur für die Formel 1, sondern auch für die meisten Rahmenrennen, etwa die GP2- Serie oder den Porsche Supercup, im Einsatz.

Während des Rennens steht das Safety Car in der Boxengasse bereit. Über seinen Einsatz entscheidet die Rennleitung. Bernd Mayländer und sein Beifahrer, der FIA- Mitarbeiter Pete Tibbetts (45 Jahre, Großbritannien), gehen nach einem Funkspruch auf die Strecke und setzen sich an die Spitze des Feldes, um die Formel- 1-Rennwagen sicher um den Kurs zu führen.

Die Aufgabe des Medical Cars: Eine schnelle Notfallversorgung im Falle eines Unfalls. Der schnelle Kombi folgt dem Formel- 1-Feld in der Startrunde, weil in dieser kritischen Phase des Rennens die Rennwagen noch besonders dicht beisammen sind.

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